In welchem Monat stirbt ein Wespennest?

In welchem Monat stirbt ein Wespennest?

Ein Wespennest stirbt in Mitteleuropa meist im Herbst ab. Je nach Wespenart, Witterung, Standort und Entwicklung des Volkes beginnt das Ende bereits im September und zieht sich häufig bis in den Oktober. Bei milden Temperaturen können einzelne Völker länger aktiv bleiben. Das Umweltbundesamt beschreibt für soziale Wespen einen Lebenszyklus, der je nach Art ungefähr bis September oder Mitte Oktober reicht. Entscheidend ist dabei nicht ein bestimmtes Kalenderdatum, sondern die biologische Entwicklung des Wespenstaates.

Wann stirbt ein Wespennest normalerweise ab?

Bei vielen heimischen Wespenarten beginnt das Absterben des Volkes im September. Andere Arten bleiben bis in den Oktober aktiv. Ein warmer und geschützter Nistplatz kann die Lebensdauer zusätzlich verlängern. Deshalb lässt sich die häufig gestellte Frage, in welchem Monat ein Wespennest stirbt, am treffendsten mit einem Zeitraum beantworten: Die meisten Wespenstaaten lösen sich zwischen September und Oktober auf.

Zwischen den einzelnen Arten bestehen allerdings erhebliche Unterschiede. Einige kurzlebigere Wespenarten beenden ihren Jahreszyklus bereits gegen Ende des Sommers oder zu Beginn des Herbstes. Die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe gehören dagegen zu den Arten, deren Völker vergleichsweise lange bestehen können. Sie sind gleichzeitig jene Wespen, die besonders häufig an Kuchen, Fallobst, Limonade, Fleisch und anderen menschlichen Lebensmitteln auftauchen.

Das erklärt eine Beobachtung, die zunächst widersprüchlich erscheinen kann: Gerade kurz vor dem natürlichen Ende eines Wespenvolkes werden Wespen häufig besonders deutlich wahrgenommen. Eine hohe Wespenaktivität im August oder September bedeutet deshalb nicht, dass das Nest noch viele Monate bestehen wird.

Mit sinkenden Temperaturen verändert sich die Situation schnell. Die alte Königin stellt ihre zentrale Funktion für das Volk ein und stirbt schließlich. Arbeiterinnen leben ohnehin nur begrenzte Zeit. Neue Arbeiterinnen werden nicht mehr in ausreichender Zahl produziert. Gleichzeitig verlassen die Geschlechtstiere das Nest.

Nach und nach bricht damit die gesamte soziale Struktur des Wespenstaates zusammen. Kalte Nächte beschleunigen diesen Prozess erheblich. Ein kräftiger Kälteeinbruch kann die Aktivität innerhalb kurzer Zeit reduzieren, während ungewöhnlich warme Herbstwochen dafür sorgen können, dass Wespen länger sichtbar bleiben.

September ist nicht automatisch das Ende

Die Annahme, jedes Wespennest sei ab September verlassen, ist falsch. Besonders große Nester können zu Beginn des Monats noch ausgesprochen aktiv sein. Bei günstiger Witterung herrscht am Nesteingang weiterhin reger Flugverkehr.

Auch im Oktober können noch Wespen auftreten. Entscheidend sind lokale Temperaturen, Wespenart und Lage des Nestes. Ein Nest in einer geschützten Gebäudenische ist anderen Bedingungen ausgesetzt als ein frei hängendes Nest im Garten.

Warum stirbt das Wespenvolk im Herbst?

Das Absterben eines Wespenstaates ist kein ungewöhnliches Ereignis und auch nicht hauptsächlich die Folge von Frost. Es gehört zum normalen Fortpflanzungszyklus sozialer Wespen. Der gesamte Staat ist darauf ausgerichtet, innerhalb einer Saison neue fortpflanzungsfähige Tiere hervorzubringen.

Der Zyklus beginnt im Frühjahr. Eine begattete Jungkönigin, die den Winter in einem geschützten Versteck überstanden hat, wird bei steigenden Temperaturen aktiv. Sie sucht einen geeigneten Nistplatz und beginnt allein mit dem Bau der ersten Waben. In die Zellen legt sie Eier und versorgt die daraus entstehenden Larven zunächst selbst.

Nach einigen Wochen schlüpfen die ersten Arbeiterinnen. Von diesem Zeitpunkt an verändert sich die Aufgabenverteilung grundlegend. Die Arbeiterinnen erweitern das Nest, beschaffen Nahrung, versorgen die Larven und verteidigen den Standort. Die Königin konzentriert sich zunehmend auf die Eiablage.

Während des Sommers wächst das Volk stark. Bei großen Völkern können sehr viele Tiere gleichzeitig im Nest leben. Das Populationsmaximum wird häufig im August erreicht. Danach verschiebt sich die biologische Aufgabe des Staates.

Statt hauptsächlich neue Arbeiterinnen hervorzubringen, entstehen Geschlechtstiere: männliche Wespen und zukünftige Königinnen. Die Jungköniginnen verlassen schließlich das Nest und paaren sich. Damit ist das entscheidende Fortpflanzungsziel des alten Wespenstaates erreicht.

Die Arbeiterinnen werden nun biologisch nicht mehr für den Aufbau eines neuen Staates benötigt. Gleichzeitig verändert sich das Nahrungsangebot. Die Brutpflege nimmt ab, Temperaturen sinken und die Tage werden kürzer. Die alte Königin stirbt, und der hoch organisierte Staat verliert seine Grundlage.

Das vermeintliche „Sterben des Wespennestes“ ist deshalb vielmehr die planmäßige Auflösung einer nur für eine Vegetationsperiode bestehenden Insektengesellschaft.

Was passiert mit der Wespenkönigin?

Beim Thema Überwinterung entsteht häufig die Vorstellung, die Königin eines bestehenden Wespennestes bleibe über den Winter im Nest und setze dort im nächsten Frühjahr die Eiablage fort. Genau das geschieht bei den typischen sozialen Wespenarten Mitteleuropas nicht.

Die alte Königin, die das Volk im Frühjahr gegründet hat, stirbt im Herbst zusammen mit den Arbeiterinnen. Ihre Aufgabe ist abgeschlossen.

Für die nächste Generation sind die im Spätsommer beziehungsweise Herbst hervorgebrachten Jungköniginnen verantwortlich. Nach der Paarung verlassen sie das ursprüngliche Nest und suchen geeignete Überwinterungsplätze. Dafür kommen beispielsweise geschützte Spalten, Hohlräume, Totholz oder andere vor starken Witterungseinflüssen geschützte Stellen infrage.

Die Jungköniginnen überwintern einzeln. Sie nehmen das gesamte Volk also nicht mit und benötigen auch das alte Nest nicht. Während dieser Ruhephase wird der Stoffwechsel stark reduziert. Trotzdem überlebt längst nicht jede Jungkönigin den Winter. Kälte, Feuchtigkeit, Fressfeinde, Krankheiten und ungeeignete Verstecke können zum Tod führen.

Erst wenn die Temperaturen im Frühjahr wieder steigen, werden überlebende Jungköniginnen aktiv. Anschließend beginnt die Suche nach einem geeigneten Standort für einen neuen Wespenstaat.

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Überlebt eine Wespenkönigin im alten Nest?

Normalerweise nicht. Das alte Wespennest ist kein klassisches Winterquartier für das Volk. Begattete Jungköniginnen suchen sich außerhalb des Nestes geschützte Plätze.

Deshalb bedeutet eine im Winter entdeckte leere Nesthülle nicht, dass sich tief darin zwangsläufig eine überwinternde Königin befindet. Die nächste Generation hat das Nest zu diesem Zeitpunkt üblicherweise längst verlassen.

Dieser Unterschied ist entscheidend, um den Lebenszyklus von Wespen richtig zu verstehen: Überwintert wird nicht der Wespenstaat, sondern nur ein kleiner Teil seiner zukünftigen Königinnen.

Wird ein altes Wespennest im nächsten Jahr wieder benutzt?

Ein verlassenes Wespennest wird im folgenden Jahr normalerweise nicht erneut von einem Wespenvolk bezogen. Die Jungkönigin beginnt mit einem neuen Nest und baut frische Waben. Das alte Nest erfüllt für die neue Kolonie keine Funktion mehr.

Allerdings kann derselbe Standort erneut interessant sein. Ein trockener Rollladenkasten, Dachboden, Schuppen, Hohlraum oder eine geschützte Nische bleibt schließlich auch im nächsten Frühjahr ein geeigneter Nistplatz. Dadurch kann der Eindruck entstehen, Wespen hätten das alte Nest erneut bezogen.

Tatsächlich kann eine andere Königin in unmittelbarer Nähe ein neues Nest errichten.

Gerade an Gebäuden lohnt sich deshalb die Unterscheidung zwischen dem eigentlichen Nest und dem Zugang zum Nistplatz. Wird lediglich ein altes Nest entfernt, während ein attraktiver Zugang zum Hohlraum bestehen bleibt, kann derselbe Bereich später erneut genutzt werden.

Ein altes Nest kann außerdem über längere Zeit erhalten bleiben, wenn es trocken liegt. Die papierartige Neststruktur zerfällt nicht zwangsläufig unmittelbar nach dem Ende des Volkes. In geschützten Dachräumen können alte Nester deshalb noch lange sichtbar sein.

Feuchtigkeit und Witterung führen dagegen bei frei liegenden Nestern allmählich zum Zerfall des Materials.

Das Vorhandensein einer alten Nesthülle sagt somit nichts darüber aus, ob aktuell Wespen darin leben. Für die Beurteilung ist Flugverkehr wesentlich aussagekräftiger.

Woran lässt sich erkennen, dass ein Wespennest verlassen ist?

Ein verlassenes Wespennest lässt sich vor allem an fehlender Aktivität erkennen. Während der aktiven Phase herrscht am Eingang eines größeren Nestes regelmäßiger Flugverkehr. Arbeiterinnen verlassen den Bau zur Nahrungssuche und kehren wieder zurück. Besonders an warmen Tagen ist diese Bewegung gut zu beobachten.

Fehlt dieser Flugverkehr dauerhaft, kann das auf das Ende des Volkes hindeuten. Eine kurze Beobachtung reicht allerdings nicht immer aus. Niedrige Temperaturen, Regen oder ungünstige Tageszeiten können die Flugaktivität zeitweise stark reduzieren.

Ein einzelner ruhiger Morgen im Herbst bedeutet deshalb noch nicht automatisch, dass das Nest vollständig verlassen wurde.

Aussagekräftiger ist eine Beobachtung an einem trockenen und vergleichsweise milden Tag. Sind über einen längeren Zeitraum keinerlei ein- oder ausfliegende Wespen zu erkennen und liegt die Jahreszeit bereits deutlich im Herbst, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Staat abgestorben ist.

Auch einzelne Wespen in der Umgebung beweisen nicht, dass ein bestimmtes Nest noch aktiv ist. Die Tiere können aus anderen Nestern stammen oder sich auf Nahrungssuche befinden.

Warum können im Herbst noch einzelne Wespen auftauchen?

Der Zerfall eines Wespenvolkes geschieht nicht innerhalb weniger Stunden. Zwischen einem voll aktiven Staat und einem vollständig verlassenen Nest liegt eine Übergangsphase.

Einzelne Arbeiterinnen können deshalb noch unterwegs sein, obwohl die Organisation des Volkes bereits zusammenbricht. Hinzu kommen Jungköniginnen und Männchen, die das Nest zur Fortpflanzung verlassen.

Bei warmem Herbstwetter bleiben Insekten generell länger aktiv. Der Kalender allein eignet sich daher nicht zur sicheren Beurteilung eines Nestes.

Warum sind Wespen kurz vor dem Herbst besonders auffällig?

Die stärkste wahrgenommene Wespenbelästigung fällt häufig ausgerechnet in jene Phase, in der sich der Wespenstaat seinem Ende nähert. Dafür gibt es einen nachvollziehbaren biologischen Hintergrund.

Während der intensiven Brutphase sammeln Arbeiterinnen tierisches Eiweiß für die Larven. Erbeutet werden beispielsweise Fliegen, Mücken und andere kleine Tiere. Die erwachsenen Wespen selbst benötigen dagegen vor allem energiereiche Kohlenhydrate.

Solange zahlreiche Larven im Nest vorhanden sind, besteht ein enges Versorgungssystem zwischen Arbeiterinnen und Brut. Gegen Ende des Sommers verändert sich diese Situation. Die Brutpflege geht zurück und Arbeiterinnen suchen verstärkt außerhalb des Nestes nach leicht verfügbaren Zuckerquellen.

Reifes Obst, Fruchtsäfte, Kuchen, Eis und süße Getränke werden dadurch besonders attraktiv. Die Gemeine Wespe und Deutsche Wespe sind für dieses Verhalten bekannt.

Gleichzeitig hat das Volk im Spätsommer eine hohe Individuenzahl erreicht. Es treffen also zwei Faktoren zusammen: viele Arbeiterinnen und ein zunehmendes Interesse an energiereicher Nahrung außerhalb des Nestes.

Deshalb kann im August und September der Eindruck entstehen, die Wespenpopulation nehme immer weiter zu. Tatsächlich befindet sich das Volk bereits in seiner letzten Entwicklungsphase.

Mit fortschreitendem Herbst ändert sich das Bild. Sobald kalte Nächte häufiger werden und die verbliebenen Arbeiterinnen sterben, nimmt die Zahl der sichtbaren Wespen deutlich ab.

Welche Rolle spielen Temperatur und Wetter?

Der Zeitpunkt, an dem ein Wespennest endgültig verlassen ist, hängt erheblich von den Umweltbedingungen ab. Temperatur beeinflusst die Aktivität wechselwarmer Tiere unmittelbar. Wespen können ihre Körpertemperatur nicht unabhängig von der Umgebung in derselben Weise stabil halten wie Säugetiere.

Warme Herbsttage ermöglichen daher weiterhin Flugaktivität. Ein geschützter Neststandort kann ebenfalls dafür sorgen, dass ein Volk länger aktiv erscheint. Hohlräume in Gebäuden bieten häufig ein ausgeglicheneres Mikroklima als exponierte Standorte.

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Umgekehrt können frühe Kälteperioden den Zerfall beschleunigen. Besonders mehrere kalte Nächte hintereinander reduzieren die Aktivität deutlich.

Trotzdem wäre es zu einfach, das Ende eines Wespenstaates ausschließlich dem Frost zuzuschreiben. Der biologische Zerfall hat bereits vorher begonnen. Sinkende Temperaturen verstärken einen Prozess, der durch den Lebenszyklus des Volkes ohnehin vorgesehen ist.

Regional können deshalb Unterschiede auftreten. Ein Nest kann an einem Standort bereits weitgehend verlassen sein, während ein vergleichbares Volk in einer wärmeren oder geschützteren Lage noch Aktivität zeigt.

Auch von Jahr zu Jahr schwankt der Zeitpunkt. Ein warmer Herbst kann die sichtbare Wespenzeit verlängern, während ein früher Kälteeinbruch für ein schnelleres Ende sorgt.

Für die Praxis ist daher die Kombination aus Jahreszeit, Witterung und beobachteter Nestaktivität wesentlich aussagekräftiger als ein einzelner Monat.

Darf ein Wespennest nach dem Absterben entfernt werden?

Ein vollständig verlassenes Nest verursacht in der Regel keine weitere Wespenaktivität. Da die alte Kolonie nicht in das Nest zurückkehrt und neue Königinnen dort normalerweise nicht überwintern, besteht häufig überhaupt kein Grund für eine sofortige Entfernung.

Soll das Nest dennoch beseitigt werden, muss zunächst zweifelsfrei geklärt sein, dass keine Tiere mehr darin leben. Besonders im frühen Herbst kann eine vermeintlich leere Nesthülle noch zu einem aktiven Volk gehören.

Während der aktiven Saison sollte ein Wespennest nicht eigenmächtig zerstört werden. Wildlebende Tiere und ihre Lebensstätten unterliegen in Deutschland naturschutzrechtlichen Bestimmungen. Bei bestimmten Arten besteht zusätzlicher besonderer Schutz. Eine Entfernung oder Bekämpfung während der Nutzung des Nestes ist daher nicht allein eine Frage der persönlichen Einschätzung.

Bei Unsicherheit über Art, Aktivität oder Gefährdung ist fachkundige Beurteilung sinnvoll. Das gilt besonders für Nester in schwer zugänglichen Hohlräumen.

Ein verlassenes Nest in einem trockenen Dachraum muss nicht zwingend entfernt werden. Es wächst im Winter nicht weiter und wird vom alten Volk nicht erneut genutzt.

Wann ist ein Nest wirklich sicher verlassen?

Später Herbst und Winter sind wesentlich eindeutigere Zeiträume als September. Sind über längere Zeit keine Wespenbewegungen mehr feststellbar und liegen bereits dauerhaft niedrige Temperaturen vor, spricht vieles für ein vollständig beendetes Volk.

Bei Nestern innerhalb von Fassaden, Rollladenkästen oder anderen nicht einsehbaren Hohlräumen ist größere Vorsicht angebracht. Dort kann die tatsächliche Nestposition von außen kaum beurteilt werden.

Das Verschließen eines Einfluglochs während eines noch aktiven Volkes ist keine geeignete Methode. Befinden sich Wespen im Hohlraum, können sie nach anderen Ausgängen suchen und unter ungünstigen Umständen in Innenräume gelangen.

Bauliche Öffnungen sollten deshalb erst dann verschlossen werden, wenn zweifelsfrei keine Aktivität mehr vorhanden ist.

Der Lebenszyklus eines Wespennestes vom Frühjahr bis Herbst

Das Ende eines Wespennestes wird verständlicher, wenn der gesamte Jahreszyklus betrachtet wird. Ein Wespenstaat entsteht nicht als überwinterndes Volk, sondern jedes Frühjahr neu.

Nach der Winterruhe sucht eine begattete Jungkönigin einen geeigneten Platz. In der ersten Phase ist sie vollständig auf sich allein gestellt. Sie sammelt Baumaterial, baut die ersten Zellen, legt Eier und beschafft Nahrung für die Larven.

Sobald die ersten Arbeiterinnen geschlüpft sind, beginnt die eigentliche Wachstumsphase. Nun kann sich die Königin stärker auf die Fortpflanzung konzentrieren. Jede neue Arbeiterin erhöht die Arbeitsleistung des Staates. Mehr Nahrung kann gesammelt, mehr Brut versorgt und das Nest schneller erweitert werden.

Im Hochsommer ist daraus ein komplex organisierter Staat geworden. Die Größe hängt stark von der Art ab. Nicht jedes sichtbare Wespennest enthält Tausende Tiere. Manche Arten bilden deutlich kleinere Völker.

Gegen Ende des Sommers beginnt die Fortpflanzungsphase. Neue Königinnen und Männchen entstehen. Nach der Paarung tragen die begatteten Jungköniginnen das biologische Potenzial für die nächste Generation in sich.

Der alte Staat wird danach nicht mehr benötigt. Arbeiterinnen, Männchen und die alte Königin sterben. Das Nest bleibt zurück, während die Jungköniginnen an anderen Orten überwintern.

Im folgenden Frühjahr beginnt derselbe Kreislauf mit den überlebenden Königinnen erneut.

Warum das alte Wespennest leer bleibt

Ein Wespennest ist eine saisonale Konstruktion. Es unterscheidet sich damit grundlegend von einem dauerhaft genutzten Bau mancher anderer Tierarten. Sobald das Volk abgestorben ist, gibt es keine Arbeiterinnen mehr, die Schäden reparieren, Waben erweitern oder Brut pflegen könnten.

Das Nest altert. Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen und andere Tiere können das Material verändern. Für eine neue Königin ist es biologisch sinnvoller, einen eigenen Staat mit einem neu gebauten Nest zu gründen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass ein einmal genutzter Platz künftig wespenfrei bleibt. Geeignete Hohlräume können erneut attraktiv sein. Besonders trockene, geschützte und wenig gestörte Bereiche bieten gute Voraussetzungen für eine Nestgründung.

Wer wiederkehrende Nestgründungen an einem problematischen Gebäudeteil vermeiden möchte, sollte deshalb nicht nur die alte Nesthülle betrachten. Entscheidend sind mögliche Zugänge und bauliche Hohlräume.

Solche Veränderungen erfolgen sinnvollerweise erst nach dem sicheren Ende der Aktivität. Kleine Öffnungen vorschnell während des Sommers zu verschließen, kann erhebliche Probleme verursachen.

Bei einem alten, eindeutig verlassenen Nest besteht dagegen keine Gefahr, dass das ursprüngliche Volk plötzlich im Frühjahr wieder erwacht. Der Staat existiert zu diesem Zeitpunkt nicht mehr.